{"id":5341,"date":"2025-11-10T15:21:37","date_gmt":"2025-11-10T23:21:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/?p=5341"},"modified":"2025-11-10T16:06:00","modified_gmt":"2025-11-11T00:06:00","slug":"die-freinde-von-schiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/die-freinde-von-schiller\/","title":{"rendered":"Die Freinde von Schiller"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"p1\">Hiedas Poem von Schiller verz\u00e4hlt uns von zwooi Freinde, wo sich v\u00f6llich vertraue. Ene will en b\u00f6s K\u00f6nich kaputt tun, weerd awer gefang, doch d\u00e4rreft drei Tooche frei bleiwe, um etwas ganz wichtiches fertich kriehn. Sein Freind bleibt im Gef\u00e4ngnis beim K\u00f6nich bis der anner zur\u00fcck kommt \u2014 wenn net, soll ear sterwe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p1\">Trotz Stoorrem, Flut unn R\u00e4uber h\u00e4lt der Mann sein Versproch unn kommt im letzt Moment retuar. Der K\u00f6nig iss dodamit tief bewecht, ei der iss dann von so en echte Freindschaft seahr beindruckt unn tut dann die zwooi noch begn\u00e4diche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p1\">Botschaft: Woohre Freindschaft unn Treu k\u00f6nne sellebst das Herz von en Tyrann ver\u00e4nner.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum heutigen 266. Geburtstag von <br \/>Friedrich Schiller, geboren am <br \/>10. November 1759, gestorben 09.Mai 1805. Er war deutscher Dichter, Philosoph, Historiker und Arzt<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die B\u00fcrgschaft<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich<br \/>M\u00f6ros, den Dolch im Gewande;<br \/>Ihn schlugen die H\u00e4scher in Bande.<br \/>\u00bbWas wolltest du mit dem Dolche, sprich!\u00ab<br \/>Entgegnet ihm finster der W\u00fcterich.<br \/>\u00bbDie Stadt vom Tyrannen befreien!\u00ab<br \/>\u00bbDas sollst du am Kreuze bereuen.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbIch bin\u00ab, spricht jener, \u00bbzu sterben bereit<br \/>Und bitte nicht um mein Leben,<br \/>Doch willst du Gnade mir geben,<br \/>Ich flehe dich um drei Tage Zeit,<br \/>Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,<br \/>Ich lasse den Freund dir als B\u00fcrgen,<br \/>Ihn magst du, entrinn ich, erw\u00fcrgen.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da l\u00e4chelt der K\u00f6nig mit arger List<br \/>Und spricht nach kurzem Bedenken:<br \/>\u00bbDrei Tage will ich dir schenken.<br \/>Doch wisse! Wenn sie verstrichen, die Frist,<br \/>Eh du zur\u00fcck mir gegeben bist,<br \/>So mu\u00df er statt deiner erblassen,<br \/>Doch dir ist die Strafe erlassen.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und er kommt zum Freunde: \u00bbDer K\u00f6nig gebeut,<br \/>Da\u00df ich am Kreuz mit dem Leben<br \/>Bezahle das frevelnde Streben,<br \/>Doch will er mir g\u00f6nnen drei Tage Zeit,<br \/>Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,<br \/>So bleib du dem K\u00f6nig zum Pfande,<br \/>Bis ich komme, zu l\u00f6sen die Bande.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und schweigend umarmt ihn der treue Freund<br \/>Und liefert sich aus dem Tyrannen,<br \/>Der andere ziehet von dannen.<br \/>Und ehe das dritte Morgenrot scheint,<br \/>Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,<br \/>Eilt heim mit sorgender Seele,<br \/>Damit er die Frist nicht verfehle.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da gie\u00dft unendlicher Regen herab,<br \/>Von den Bergen st\u00fcrzen die Quellen,<br \/>Und die B\u00e4che, die Str\u00f6me schwellen.<br \/>Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,<br \/>Da rei\u00dfet die Br\u00fccke der Strudel hinab,<br \/>Und donnernd sprengen die Wogen<br \/>Des Gew\u00f6lbes krachenden Bogen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und trostlos irrt er an Ufers Rand,<br \/>Wie weit er auch sp\u00e4het und blicket<br \/>Und die Stimme, die rufende, schicket,<br \/>Da st\u00f6\u00dfet kein Nachen vom sichern Strand,<br \/>Der ihn setze an das gew\u00fcnschte Land,<br \/>Kein Schiffer lenket die F\u00e4hre,<br \/>Und der wilde Strom wird zum Meere.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,<br \/>Die H\u00e4nde zum Zeus erhoben:<br \/>\u00bbO hemme des Stromes Toben!<br \/>Es eilen die Stunden, im Mittag steht<br \/>Die Sonne, und wenn sie niedergeht<br \/>Und ich kann die Stadt nicht erreichen,<br \/>So mu\u00df der Freund mir erbleichen.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,<br \/>Und Welle auf Welle zerrinnet,<br \/>Und Stunde an Stunde entrinnet.<br \/>Da treibt ihn die Angst, da fa\u00dft er sich Mut<br \/>Und wirft sich hinein in die brausende Flut<br \/>Und teilt mit gewaltigen Armen<br \/>Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und gewinnt das Ufer und eilet fort<br \/>Und danket dem rettenden Gotte,<br \/>Da st\u00fcrzet die raubende Rotte<br \/>Hervor aus des Waldes n\u00e4chtlichem Ort,<br \/>Den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord<br \/>Und hemmet des Wanderers Eile<br \/>Mit drohend geschwungener Keule.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbWas wollt ihr?\u00ab ruft er, f\u00fcr Schrecken bleich,<br \/>\u00bbIch habe nichts als mein Leben,<br \/>Das mu\u00df ich dem K\u00f6nige geben!\u00ab<br \/>Und entrei\u00dft die Keule dem n\u00e4chsten gleich:<br \/>\u00bbUm des Freundes willen erbarmet euch!\u00ab<br \/>Und drei mit gewaltigen Streichen<br \/>Erlegt er, die andern entweichen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und die Sonne versendet gl\u00fchenden Brand,<br \/>Und von der unendlichen M\u00fche<br \/>Ermattet sinken die Kniee.<br \/>\u00bbO hast du mich gn\u00e4dig aus R\u00e4ubershand,<br \/>Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,<br \/>Und soll hier verschmachtend verderben,<br \/>Und der Freund mir, der liebende, sterben!\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und horch! da sprudelt es silberhell,<br \/>Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,<br \/>Und stille h\u00e4lt er, zu lauschen,<br \/>Und sieh, aus dem Felsen, geschw\u00e4tzig, schnell,<br \/>Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,<br \/>Und freudig b\u00fcckt er sich nieder<br \/>Und erfrischet die brennenden Glieder.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und die Sonne blickt durch der Zweige Gr\u00fcn<br \/>Und malt auf den gl\u00e4nzenden Matten<br \/>Der B\u00e4ume gigantische Schatten;<br \/>Und zwei Wanderer sieht er die Stra\u00dfe ziehn,<br \/>Will eilenden Laufes vor\u00fcberfliehn,<br \/>Da h\u00f6rt er die Worte sie sagen:<br \/>\u00bbJetzt wird er ans Kreuz geschlagen.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und die Angst befl\u00fcgelt den eilenden Fu\u00df,<br \/>Ihn jagen der Sorge Qualen,<br \/>Da schimmern in Abendrots Strahlen<br \/>Von ferne die Zinnen von Syrakus,<br \/>Und entgegen kommt ihm Philostratus,<br \/>Des Hauses redlicher H\u00fcter,<br \/>Der erkennet entsetzt den Gebieter:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbZur\u00fcck! du rettest den Freund nicht mehr,<br \/>So rette das eigene Leben!<br \/>Den Tod erleidet er eben.<br \/>Von Stunde zu Stunde gewartet&#8217; er<br \/>Mit hoffender Seele der Wiederkehr,<br \/>Ihm konnte den mutigen Glauben<br \/>Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbUnd ist es zu sp\u00e4t, und kann ich ihm nicht<br \/>Ein Retter willkommen erscheinen,<br \/>So soll mich der Tod ihm vereinen.<br \/>Des r\u00fchme der blutge Tyrann sich nicht,<br \/>Da\u00df der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,<br \/>Er schlachte der Opfer zweie<br \/>Und glaube an Liebe und Treue.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor<br \/>Und sieht das Kreuz schon erh\u00f6het,<br \/>Das die Menge gaffend umstehet,<br \/>An dem Seile schon zieht man den Freund empor,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da zertrennt er gewaltig den dichten Chor:<br \/>\u00bbMich, Henker!\u00ab ruft er, \u00bberw\u00fcrget!<br \/>Da bin ich, f\u00fcr den er geb\u00fcrget!\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,<br \/>In den Armen liegen sich beide<br \/>Und weinen f\u00fcr Schmerzen und Freude.<br \/>Da sieht man kein Auge tr\u00e4nenleer,<br \/>Und zum K\u00f6nige bringt man die Wunderm\u00e4r,<br \/>Der f\u00fchlt ein menschliches R\u00fchren,<br \/>L\u00e4\u00dft schnell vor den Thron sie f\u00fchren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und blicket sie lange verwundert an.<br \/>Drauf spricht er: \u00bbEs ist euch gelungen,<br \/>Ihr habt das Herz mir bezwungen,<br \/>Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,<br \/>So nehmet auch mich zum Genossen an,<br \/>Ich sei, gew\u00e4hrt mir die Bitte,<br \/>In eurem Bunde der Dritte.\u00ab<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahre Freundschaft und Treue sind st\u00e4rker als Tyrannei, Angst oder Tod. <a href=\"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/die-freinde-von-schiller\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5340,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Die Freinde von Schiller","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[35,85,326,376,379,604,609,603,395,26],"class_list":["post-5341","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-alemao","tag-deitsch","tag-hunsriqueano","tag-hunsriqueano-riograndense","tag-iphan","tag-lingua-e-cultura","tag-lingua-materna","tag-lingua-regional","tag-linguas-do-brasil","tag-riograndenser-hunsruckisch"],"aioseo_notices":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/img_5644.jpg?fit=400%2C465&ssl=1?v=1762815766","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9sRFr-1o9","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5341"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5341\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hunsriqueano.riolingo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}